Happy Birthday to You

Die Geschichte des Geburtstagsliedes

Finde Dein Arrangement von Happy Birthday in Deinem Schwierigkeitsgrad und für Dein Instrument

Die Kerzen auf der Geburtstagstorte sind angezündet. Die Geschenke eingepackt und hübsch dokoriert. Jetzt kann das Geburtstagskind hereinkommen. Natürlich singen alle Gratulanten für den Jubilar. Einmal im Jahr bekommt fast jeder Mensch ein Geburtstagsständchen gesungen. Von der Familie, von Kollegen oder von Freunden. Es gibt kaum ein anderes Lied als “Happy Birthday to You”, das man zu diesem Anlaß singen würde. Deshalb hat jeder diesen Evergreen schon einmal angestimmt. Mancher hat ihn schon hunderte Male gesungen, egal ob stimmlich auf der Höhe oder nicht. Egal ob mit Englischem Originaltext oder auf Deutsch als  Zum Geburtstag viel Glück. Oft müssen wir mühsam ein „Marvin-Jonathan“ oder ein „Sehr geehrter Herr Doktor Klöbner“ an die Stelle des Besungenen in den Text quetschen. Trotzdem, das Geburtstagslied gehört einfach zum Ehrentag. Deshalb zählt es weltweit zu den bekanntesten Melodien. Trotzdem sind die Geschichte des Geburtstagsschlagers und die Geschichten um ihn weit weniger bekannt.

Geburtstagstorte

Das Lied zum Skandal

Was die wenigsten wissen: Bis vor wenigen Jahren konnte man “Happy Birthday to You” außerhalb der eigenen vier Wände nicht einfach so singen. Schließlich war der Evergreen über viele Jahre eine lukrative Einnahmequelle. Immerhin soll der Besitzer der Rechte knapp 5.000 Euro eingenommen haben. Täglich. Die sicherlich berühmteste Interpretin des Achttakters ist Norma Jeane Mortenson, besser bekannt als Marilyn Monroe. Die Schauspielerin sang das Geburtstagsständchen am 1. Mai 1962 für John Fitzgerald Kennedy. Anlaß war Geburtstagsgala für den damaligen US-Präsidenten im Madison Square Garden in New York. Bis zu diesem Tag war es lediglich ein Gerücht, der jugendlich wirkende Präsident und der Hollywood-Star hätten eine Affäre. Folglich war Marilyn Monroes Darbietung im hautengen Kleid das öffentliche Eingeständnis der ungewöhnlichen Liebesbeziehung. Und das bezeugt von 15.000 Gästen, die bei der Feierlichkeit anwesend waren. Der Auftritt brachte ihr die Kündigung ihrer Produktionsfirma ein. Nicht wegen der politischen Brisanz des Auftritts entzog ihr die Produktionsfirma ihre Filmrolle. Der Grund war vielmehr, dass sie an diesem Tag eigentlich krank geschrieben war. Drei Monate später starb Marilyn Monroe unter ungeklärten Umständen.

Zwei Schwestern aus Kentucky

Aber woher kommt das Lied? Wer hat es komponiert und getextet? Im Gegensatz zu vielen anderen Liedern, die seit Jahrzenten zum Alltagsrepertoire gehören ist dies bei “Happy Birthday to You” bekannt. Die genaue Kenntnis über die Geschichte und die Entstehung des Songs verdanken wir den Recherchen im Rahmen eines Rechtsstreits. Dieser wurde 2015 vor einem Gericht in den USA ausgetragen. Bei diesem Prozeß ging es um viele Millionen Dollar. Es war nicht der erste, der um “Happy Birthday to You” geführt wurde.

Komponiert haben das Geburtstagslied Patty und Mildred Jane Hill. Die beiden Schwestern wuchsen im amerikanischen Bundesstaat Kentucky auf. Patty Hill kam 1868 zur Welt. Zunächst arbeitete sie als Erzieherin. Sie war nicht nur Leiterin eines Kindergartens in Louisville, Kentucky. Durch ihr Wirken wurde sie später eine wichtige Persönlichkeit der reformpädagogischen Bewegung in den USA am Ende des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus.

Von den Feldern in die Schule

Die reformpädagogische Bewegung hatte sich zum Ziel gesetzt, die Erziehung von Kindern weiterzuentwickeln. Demzufolge sollte sie von alten Traditionen befreit werden. Entsprechend sollten die Kinder durch die Förderung ihrer Kreativität und experimentelles Lernen erzogen werden. Kritisches Denken und die Entwicklung sozialer Kompetenzen standen im Vordergrund. Allerdings war in ihrem Bundesstaat erst 20 Jahre vor Patty Hills Geburt das staatliche Schulsystem eingerichtet worden. Die Kinder wurden lieber bei der Arbeit auf dem Feld gesehen, als in der Schule. Folglich war dieser Erziehungsansatz äußerst ungewöhnlich für ihr Umfeld. 1906 folgte sie dem Ruf an das Lehrerkolleg der Columbia Universität in New York. Dort bildete sie 30 Jahre lang lang Lehrer aus. Von der Universität erhielt sie die Ehrendoktorwürde und leitete die dortige Fakultät für Kindererziehung.

Lieder für den täglichen Gebrauch

Die ältere der beiden Schwestern wurde zwei Jahre vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs geboren. Mildred Jane Hill erblickte 1859 das Licht der Welt. Sie war Musikerin, Musiklehrerin und Komponistin. Musikunterricht erhielt sie von Adolf Weidig, einem aus Hamburg ausgewanderten Musiker und Komponisten. Außerdem beschäftigte sich Mildred Jane Hill mit der Erforschung der Musik der Afro-Amerikaner, die als Sklaven in die USA gekommen waren. Über die sogenannten Spirituals verfasste sie eine Reihe von Zeitungsartikeln unter einem Pseudonym.

Lange nach ihrem Tod wurden die Schwestern 1996 in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Diese Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, außergewöhnliche Komponisten und Texter der Popularmusik zu ehren. Darüberhinaus ist es das Ziel, deren Arbeit der Nachwelt zu erhalten. Patty Hill war seit 1893 Leiterin der Louisville Experimental Kindergarten School. Daher hatte Sie ihre komponierende Schwester Mildred schon oft gebeten, für sie ein Lied zu schreiben. Denn Patty wollte die Lieder mit ihren Schützlingen im Kindergarten singen.

Eine besondere Entdeckung

2015 fand der Direktor der Musikbibliothek der Universität von Louisville zufällig einen Ordner mit 30 dieser Lieder in seiner Bibliothek. Um 1893 hatte Patty die Idee, mit den Kindern zur morgendlichen Begrüßung ein Guten-Morgen-Lied zu singen. Wieder bat sie Mildred ihr eine einfache Melodie zu komponieren. Die Kinder sollten diese leicht lernen und singen können. Was Mildred dafür komponierte war eine frühe Form der Melodie von “Happy Birthday to You”. Sie entsprach noch nicht der Version, die wir heutzutage singen. Der Fund in der Musikbibliothek in Louisville belegt, dass sich die Melodie des Geburtstagsliedes im Laufe der Zeit verändert hat. Vielleicht vereinfachte Patty Hill sie im täglichen Gebrauch, damit die Kinder die Melodie leichter singen konnten.

Bibliothek

“Happy Birthday to You” hieß einmal anders

Auch der Text des Liedes entsprach nicht dem, der heutzutage gesungen wird. Patty Hill wollte ursprünglich mit dem Singen des Liedes den gemeinsamen Tag beginnen. Anfangs war es nicht ihre Idee gewesen,  mit dem Lied jemandem zum Geburtstag zu gratulieren. Entsprechend betitelte sie das Lied “Good Morning to All”. Noch im selben Jahr vereinbarten die Schwestern mit dem Verleger Clayton Summy die Veröffentlichung ihres Liedes in einem Liederbuch. Für die Abtretung der Rechte sollten sie 10 Prozent des Verkaufserlöses erhalten. 1896 erschien das Lied in einer Liedersammlung mit dem Titel “Song Stories for the Kindergarten”. Diese enthielt ausschließlich Lieder von Patty und Mildred Hill. Das Liederbuch hatte insgesamt 20 Auflagen. Dies und die Veröffentlichung in einigen europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich, sowie in China und Japan belegen die Beliebtheit ihrer Werke gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Vom Kinderlied zum Schlager

1924 veröffentlichte ein anderer Verleger “Good Morning to All” in seinem Liederbuch “Harvest Hymns”. Allerdings tat Robert Henry Coleman dies ohne das wissen von Patty Hill. Mildred war bereits 1916 verstorben. Der Verleger druckte neben dem Originaltext noch eine zweite Strophe ab. Diese entsprach dem Text der heutzutage gesungen Fassung als “Happy Birthday to You”. Coleman war jedoch nicht, wie lange angenommen der Verfasser dieser zweiten Strophe. Spätere Recherchen ergaben, dass es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts üblich war, die Geburtstagsglückwünsche zur Melodie von “Good Morning to All” zu singen. Möglicherweise hatte sich Patty Hill den Text selber ausgedacht und von den Kindern an Geburtstagen singen lassen. Zwar gelangte das Lied durch die Veröffentlichung als “Happy Birthday to You” innerhalb weniger Jahre zu weltweiter Popularität. Trotzdem konnte die Familie Hill nicht erfreut sein über die Verletzung des Urheberrechts durch den nicht von ihnen genehmigten Abdruck des Liedes.

Der erste Prozeß um Happy Birthday

Daher klagte sie auf Anerkennung des Urheberrechts und gewann diesen Prozess 1935. Durch den Sieg vor Gericht konnte Familie Hill das Lied im selben Jahr bei der ASCAP anmelden. Infolgedessen sicherte sich die Familie Hill hohe Einnahmen aus Nutzungsgebühren. Und dies auch noch lange nach dem Tod von Patty im Jahr 1946. Die US-amerikanische ASCAP ist eine Verwertungsgesellschaft, ähnlich der GEMA in Deutschland. Diese Institutionen registrieren die öffentliche Nutzung von Kompositionen und Texten. Damit sorgen sie dafür, dass Urhebern, Rechteinhabern oder deren Erben eingeforderte Nutzungsgebühren zukommen. Denn singt jemand ein geschütztes Lied nicht im privaten Kreis, sondern veröffentlicht es auf Tonträgern und in Liederbüchern, ist er als Nutzer der Musik verpflichtet, dafür Gebühren zu bezahlen. Genau so ist es mit Werken, die im Radio oder im Film abgespielt werden. Nach EU-Recht endet diese sogenannte Schutzfrist 70 Jahre nach dem Tod des letzten lebenden Beteiligten an einer Komposition.

Das Lied als Spekulationsobjekt

Im Jahr 1976 änderte der Kongress der USA das Urheberrecht. Seither gilt dort das Copyright bei Werken im Eigentum eines Unternehmens bis zu 95 Jahre. Gerechnet wird ab dem Jahr, in dem es bei der ASCAP angemeldet wird. Voraussetzung ist, dass das Werk nach 1923 geschaffen wurde. Ältere Werke fallen unter den Begriff pulic domain, was mit im Besitz der Öffentlichkeit übersetzt werden kann. Es ist also frei von Urheberrechten und finanziellen Ansprüchen. Die hohen Einnahmen, die das Stück garantiert veranlasste 1988 den Musikverlag Warner/Chappell Music die Rechte an “Happy Birthday to You” zu kaufen. Der Verlag erwarb sie von der Clayton F. Summy Company die diese 1893 von den Hill-Schwestern übernommen hatte. Der Verlag gehört zu einem der marktführenden Musiklabels Warner Music. Er bezahlte die stolze Summe von 25 Millionen Dollar, damals ungefähr 44 Millionen D-Mark.

Dollars

Eine Spielt nicht mit

Da Warner/Chappell Music annahm bis zum Ende der Schutzfrist im Jahr 2030 wesentlich mehr Geld über Nutzungsgebühren einnehmen zu können war der Kauf eine gute Investition. Zumal allein im Jahr 1996 eine Million Dollar mit “Happy Birthday to You” eingenommen wurden. Dies entsprach damals knapp 1,5 Millionen D-Mark. Oft wurde in den Medien von Lizensgebühren über täglich knapp 5.000 Euro berichtet. Man muss natürlich die Währungsschwankungen über mehr als 40 Jahre einrechnen. Wäre dies allerdings eine realistische Summe, hätte der Verlag bei gleichbleibenden Einnahmen bis 2030 über 70 Millionen Euro einnehmen können. Diese Rechnung hatte Warner/Chappell Music allerdings ohne Jennifer Nelson gemacht. Die New Yorker Filmemacherin drehte 2013 einen Dokumentarfilm über “Happy Birthday to You”. Dafür, dass das Lied in ihrem Film gesungen wird, forderte der Verlag allerdings eine Lizensgebühr von 1.500 Dollar von ihr. Das Unternehmen drohte mit einer Strafe von 150.000 Dollar, sollte Jennifer Nelson die Zahlung verweigern.

Zweifel an der Rechtmäßigkeit

Natürlich hatte die Filmemacherin die Geschichte des Liedes intensiv für ihr Projekt recherchiert. Daher war sie sich sicher, dass die Ansprüche von Warner/Chappell Music nicht berechtigt waren. Jennifer Nelson stützte ihre Annahme auch auf Recherchen von Robert Brauneis aus dem Jahr 2010. Der amerikanische Juraprofessor kam zu dem Schluß, dass es „beinahe sicher“ sei, dass das Lied nicht mehr unter das Urheberrecht falle. Deshalb war Jennifer Nelson der Auffassung, dass der Verlag das Geld von ihr „illegal erpresst“. Aus diesem Grund klagte sie vor einem kalifornischen Gericht gegen die Forderung. Infolgedessen kam es zu einem fast zweijährigen Rechtsstreit. Konnte sie diesen Kampf David gegen Goliath gewinnen ? Warner/Chappell Music kämpfte vor Gericht mit allen Mitteln um die Einnahmen aus den Rechten an dem Lied. Denn wahrscheinlich hat kein Lied aus Nutzungsrechten so viel Gewinn eingebracht wie “Happy Birthday to You”.

Eine solide Begründung?

Die Anwälte des Verlages stellten daher die 1935 bei der ASCAP angemeldete Fassung als die erste urheberrechtlich relevante dar. Von dieser Fassung rechneten sie den 95 Jahre währenden Anspruch. Die Melodie ist seit 1949 nicht mehr geschützt, denn sie gehört ursprünglich zum Lied “Good Morning to All”. Man kann sie in den USA seit diesem Zeitpunkt nutzen ohne Nutzungsgebühren zahlen zu müssen. Aber nur so lange man den Text von “Happy Birthday to You” wegläßt. Da die Version von 1935 den Text von “Happy Birthday to You” enthielt, war nach Auffassung des Verlages der Text und damit die mit ihm gesungene Fassung urheberrechtlich geschützt. Aus dieser Konstruktion leiteten die Anwälte den Anspruch auf Nutzungsgebühren ab. Sie legten dem Gericht als Beweis Kopien eines Liederbuchs aus dem Jahr 1935 vor.

Täuschungsmanöver

Obwohl die Beweisaufnahme eigentlich bereits abgeschlossen war, forderten die Anwälte von Jennifer Nelson, dass Warner/Chappell Music alle Dokumente herausgeben müsse, die der Verlag im Zusammenhang mit dem Lied besaß. Dieser gestand daraufhin ein, eine ältere Version des Liedes zu besitzen und legte dem Gericht ein eingescanntes Liederbuch von 1927 vor. Dieses sei beim Zusammenstellen der Dokumente einfach nur vergessen worden. Die vorgelegte PDF war gut zu entziffern. Nur am unteren Rand war sie erstaunlicherweise unleserlich. Der Verlag selber hatte Jennifer Nelson auf die Fährte gesetzt. Aber was stand am unteren Rand dieses Dokumenteses geschrieben? Ihre suche in den Antiquariaten ging weiter. Tatsächlich fand sie ein weiteres Exemplar des Liederbuches. Darin entdeckte sie, dass die Clayton Summy Company das Copyright für sich beanspruchte. Somit gab es ältere Ansprüche als die von 1935. Da es sich bei dem Liederbuch um die 15. Auflage handelte, suchte Jennifer Nelson nach einer früheren Auflage.

 So war es wirklich

Sie fand sogar die erste Auflage des Liederbuches. In dieser war das Lied als “Happy Birthday to You” abgedruckt, ohne dass jemand als Besitzer des Copyrights erwähnt wurde. Weitere Dokumente bewiesen, dass der Text schon 1901 niedergeschrieben und gesungen wurde. Es war allerdings niemand zu finden, von dem man die Rechte am Lied in der Geburtstagsversion hätte erwerben können. Das sah auch der zuständige Bundesbezirksrichter George King so. Folglich entschied er im September 2015, dass Warner/Chappell Music die Rechte auf “Happy Birthday to You” nicht für sich beanspruchen konnte und das auch nie hätte tun dürfen. In der 43-seitigen Urteilsbegründung schrieb Richter King, dass die Registrierung bei der ASCAP sich lediglich auf ein Klavierarrangement beziehe.  Er setzte hinzu: “Obviously, pianos do not sing“. Dieses Urteil bedeutet allerdings nur, dass Warner/Chappell Music nicht Inhaber der Rechte am Text ist.

Die kleine Unbekannte

Daher ist es möglich, dass jemand im Besitz von Dokumenten ist, die belegen, dass es einen Urheber für den Text des Liedes gibt. Von dieser Person könnte das Copyright auf eine heute noch lebende Person übertragen worden sein. Ein minimales Restrisiko bleibt also bei der öffentlichen Nutzung. Somit ist nicht gewiss, ob wir in Zukunft auch in amerikanischen Filmen und Fernsehserien ein gesungenes “Happy Birthday to You” hören werden. In Deutschland bzw. den meisten europäischen Länder lief 70 Jahre nach Patty Hills Sterbejahr am 31. Dezember 2016 der urheberrechtliche Schutz aus. Zunächst hatte das Urteil zur Konsequenz, dass die Einnahmen des Verlages zurückgingen. Da er die Nutzungsgebühren nun nicht mehr einziehen durfte, sanken die Einnahmen im letzten Quartal 2015 um über 6 Millionen Doller. Aber für Warner/Chappell Music kam es noch schlimmer. Im Dezember 2015 sollte über eine Sammelklage entschieden werde, die eine Vielzahl Geschädigter in die Wege geleitet hatten.

Einigung auf eine Schlichtung

Einige Betroffene hatten sich verbündet. Von ihnen hatte Warner/Chappell Music unrechtmäßig Gebühren für die öffentliche Nutzung des Liedes kassiert. Und das über viele Jahre hinweg. Zwischenzeitlich hatten zwei Institutionen Ansprüche auf die Nutzungsrechte angemeldet. Diese von Patty Hill gegründeten Organisationen beanspruchten die damit verbundenen Einnahmen. Um den immer komplizierter werdenden Prozeß nicht noch weiter in die Länge zu ziehen, verständigten sich alle Parteien auf einen Vergleich. Mit dieser verzichtete Warner/Chappell Music auf den Anspruch auf die Rechte. Folglich gingen damit zukünftige Einnahmen aus Nutzungsgebühren verloren. Darüber hinaus verpflichtete sich der Verlag alle Betroffenen zu entschädigen. Allerdings mußten diese von sich aus aktiv werden und einen Antrag auf Entschädigung stellen. Die Entschädigungssumme wurde auf 14 Millionen Dollar begrenzt. Davon gingen allein 4,6 Millionen Dollar an die Anwälte der Kläger. Warner/Chappell Music mußte also nur einen Teil der geschätzt bis zu 50 Millionen Dollar erstatten, die sie unrechtmäßig eingetrieben hatten.

Ausdrücklich konnten auch Leittragende aus dem Ausland einen Antrag stellen. Sollten sich nur wenige weitere Geschädigte melden, käme der Verlag noch glimpflicher davon. Hätten Patty und Mildred Hill noch miterlebt, wie viel Geld mit ihrem kleinen Lied verdient und wie erbittert darum gestritten wurde, sie hätten sich gewünscht es nicht über den Kreis ihrer Kinder in Louisville hinaus bekannt gemacht zu haben.

Von Martin Luther bis George Michael

Sie sind neben dem Weihnachtsgebäck, das ab dem 1.September in den Supermarktregalen steht die wichtigsten Vorboten der Weihnachtszeit: Die Weihnachtslieder. Im Gegensatz zu Ostern hat das aufwändigste und augenscheinlichste Fest des Jahres nicht nur seine eigene „Aufwärmphase“.  Aus vier Adventssonntagen besteht der Countdown, den wir zudem noch anhand der 24 Türchen im Adventskalender zählen. Eine wesentliche Besonderheit des Christfestes ist die große Zahl an Liedern, die sich über Jahrhunderte im weihnachtlichen Repertoire angesammelt hat.

Hausmusik zur Weihnacht

Die Weihnachtslieder, die große und kleine Musikanten unter dem Weihnachtsbaum spielen und singen und die wir ab November in Einkaufspassagen und auf Weihnachtsmärkten hören haben Menschen in einem Zeitraum von ungefähr 400 Jahre geschrieben und getextet. Weisen aus der Reformationszeit wie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ stehen am Anfang, George Michaels „Last Christmas“ aus dem Jahr 1984 auf der letzten Seite des imaginären Gesangbuchs unseres Weihnachtskollektivs.

Blättert man durch ein Album mit Weihnachtsliedern fällt auf, dass die Dichter der meisten Liedtexte namentlich bekannt sind. Beim Ursprung der Melodien aber Angaben wie Volksweise, Traditional oder „aus Schlesien“ zu finden sind. Die Tonfolgen sind meistens älter als die Verse. Ihre Spur verliert sich zum Beispiel in Schlesien oder sie läßt sich als „Volksweise“ keiner Person oder Region eindeutig zuordnen. Die Melodien wurden von den Autoren prächtigen Pferden gleich eingefangen und vor ihre Worte gespannt, um sie in die Welt zu tragen. Oft bis in unsere Gegenwart.

Alles nur geklaut

Weihnachtslieder von Martin Luther

Martin Luther

Natürlich beherrschten biblische Motive, besonders die Geburt Jesu die Texte der frühen Gesänge. Mit den ursprünglichen Zeilen der verwendeten Volksweisen wurde jedoch nicht das Weihnachtsfest oder Jesu Geburt besungen. Vielmehr verwendeten die Dichter alte Melodien, um sie durch ihre neu getexteten Verse erst zu Weihnachtslieder umzufunktionieren. Martin Luther war der erste, der im Rahmen der Messe Lieder mit deutschen Texten singen ließ. Dies entsprach einer der Grundideen der von ihm angestoßenen Reformation. Die Verwendung von deutschen Texten in der Predigt und beim Gesang. Das den meisten Menschen nicht verständliche Latein sollte in Luthers Augen reduziert werden. Eines der bekanntesten der rund 30 von ihm geschriebenen Weihnachtslieder ist das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Den Text schrieb er in den 1530-ger Jahren und sang ihn zunächst auf die Melodie eines Spielmannsliedes. Erst später schrieb er eine eigene Melodie zu seinen Strophen.

Die großen Barockkomponisten

Im folgenden Jahrhundert, also in der Barockzeit kamen einige Weihnachtslieder hinzu. Sie entsprangen immer noch einem kirchlichen Umfeld. Johann Sebastian Bach war seit 1723 als Thomaskantor für die Kirchenmusik in Leipzig zuständig. Er verwendete 1734 für sein Weihnachtsoratorium das Lied „Ich steh an deiner Krippe hier“. Der Theologen Paul Gerhardt verfasste den Text dieses Liedes, wobei er sich wiederum einer Melodie Martin Luthers bediente. Ein ja schon gängiges Verfahren der Weihnachtslieddichter. An das Urheberrecht und so etwas wie die GEMA dachte damals noch niemand.

Die 1736 von Bach zu Gerhardts Text neu komponierte Melodie singen die Gläubigen noch heute an Weihnachten in der Kirche. Noch ein weiterer großer Komponist der Barockzeit steuerte eine  Melodie bei. Georg Friedrich Händel, der wie Johann Sebastian Bach 1685 geboren wurde war die Quelle bei der sich Friedrich Heinrich Ranke für sein Lied “Tochter Zion, freue dich” bediente.  Er reihte sich um 1820 ein in die Riege der weihnachtlich dichtenden Theologen, in dem er seinen Text mit Choralsätzen aus Händels Oratorium Joshua unterlegte.

Die gute alte Zeit

Wobei wir im 19.Jahrhundert angekommen wären. Es ist eine Epoche, in der es zu einer kreativen Explosion auf dem Gebiet der Weihnachtslieddichtung kam. Aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich die meisten und beständigsten Weihnachtsschlager. Neben dem Liedgut wurden im vorletzten Jahrhundert einige heute selbstverständliche Weihnachts- und Adventsbräuche eingeführt. Da zu dieser Zeit vermehrt bis dahin seltenen Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnten es sich immer mehr Menschen leisten einen Tannenbaum zum Fest nach Hause zu holen. Ebenso schickte sich der Weihnachtsmann an mehr und mehr die Aufgabe von Nikolaus und Christkind zu übernehmen, den Kindern die Geschenke zu bringen. In Norddeutschland steckte man zum ersten Mal einen Adventskranz und erfand den Adventskalender.

Musikalisch begann die Bereicherung der Weihnachtskultur schon vor der Jahrhundertwende. 1798 schrieb wiederum ein Theologe den Text zu „Ihr Kinderlein, kommet“. Es dauerte – wie bei Weihnachtsliedern üblich – bis 1832, bis die uns heute bekannte Melodie von Johann Abraham Schulz und der Text von Christoph von Schmid zusammenfanden. Auch andere Weihnachtslieder aus dieser Zeit folgen diesem Muster, bei dem ein Gedicht einige Anläufe benötigt, um seine Melodie zu finden und zum Weihnachtslied zu werden.

Ein Erfolgsduo

Der 1837 verfasste Text des Liedes „Alle Jahre Lieder“ stammt gesichert aus der Feder von Wilhelm Hey. Gesungen wird er zu gleich drei verschiedenen Melodien. Die Vaterschaft der Verse des Liedes „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ ist mit dem Lehrer Karl Wilhelm Enslin geklärt. Wer die Melodie, die wir noch heute singen beigetragen hat liegt allerdings im Dunkeln. Die Komponisten Carl Reinecke und Wilhelm Speyer waren es nicht. Ihre Versionen des Liedes singt man heute mehr. Der Text des Liedes „O du fröhliche“ hat sogar zwei geistige Väter. Der erste, Johannes Daniel Falk aus Weimar suchte 1815 zu seinen Versen eine Melodie in einer Liedersammlung und entschied sich für die eines altes Marienliedes aus Italien. Heinrich Holzschuher aus Oberfranken fügte dem Lied zwei weitere Strophen hinzu.

Ein Lied aus dem 19.Jahrhundert bildet durch seinen Entstehungsprozess eine Ausnahme: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Der aus der Gegend von Salzburg stammende Hilfspfarrer Joseph Mohr  schrieb die Zeilen. Dann beauftragte er den Organist Franz Xaver Gruber zu seinem Gedicht eine Melodie zu komponieren. Nehmen wir an, dass Franz Gruber nicht dem Trend der Zeit folgend doch in einem der vielen zu dieser Zeit veröffentlichten Liederbücher nachschlug. Beide waren an der Uraufführung des Liedes 1818 beteiligt. Danach brach „Stille Nacht“ zu einem wahren Siegeszug rund um den Globus auf. Es wurde nicht nur als „Silent Night“ ins Englische übertragen, sondern wird heute mit Texten in über 50 Sprachen gesungen. Darunter auch Arabisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Folgerichtig, dass die UNESCO das Lied zum Immateriellen Weltkulturerbe erklärte.

Weihnachten wird bürgerlich

Die Texte der Lieder, die im 19.Jahrhundert entstanden handeln zwar immer noch von der ursprünglichen Weihnachtsidee. Im Mittelpunkt steht aber immer weniger die Geburt des Jesuskindes. Immer wichtiger werden weltliche Bräuche wie der Weihnachtsbaum, der mit dem Lied „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ besungen wird. Mit den Worten „O Tannenbaum“ beginnen gleich zwei Weihnachtslieder, wobei das Lied „O Tannenbaum, du trägst ein’ grünen Zweig“ erst nach 1800 überhaupt zu Weinachten gesungen wurde. Der Evergreen unter den Weihnachtslieder ist „O Tannenbaum“ (man verzeihe mir das unvermeidliche Wortspiel). Bei diesem Lied wurde sowohl die Melodie, als auch der Text geklaut und verändert, damit es zum Weihnachtshit werden konnte. Wie alt die Melodie ist und wer sie erdacht hat, kann man heute nicht mehr nachvollziehen.

Der Theologe August Zarnack war Lehrer an Mädchenpensionaten und schrieb zu der Melodie einen tragischen Text über eine enttäuschte Liebe, in dem er die Beständigkeit des Tannenbaums der Treulosigkeit seiner Auserwählten gegenüberstellte. Ernst Anschütz, ein Lehrer aus Leipzig behielt in seiner Version von 1824 nur die erste Strophe bei und ersetzte die restlichen Strophen von August Zarmack durch eigene. Hatte dieser noch die Falschheit eines „Mägdeleins“ besungen, stellte Anschütz vor allem in der zweiten Strophe den Weihnachtsbezug her.

Weihnachtslieder: Leise rieselt der SchneeSind Winterlieder auch Weihnachtslieder ?

In Eduard Ebels Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ wird das Christkind zwar in jeder der vier Strophen erwähnt. Auslöser dieses Lied zu schreiben scheint aber eher ein Winterspaziergang gewesen zu sein. Damit ist es noch keines der reinen Winterlieder wie zum Beispiel „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, in dem der christliche Bezug völlig fehlt. Natürlich hat Eduard Ebel nur den Text von „Leise rieselt der Schnee“ verfasst. Die Melodie ähnelt einer der Schöpfungen des Komponisten und Mozart-Zeitgenossen Daniel Gottlob Türk. Etwas Gesichertes über die Herkunft der Melodie ist allerdings nicht bekannt.

Getextet wird am Lied noch heute. Manchem heutigen Schüler ist die folgende Strophe geläufig: “Leise rieselt die Vier, auf das Zeugnispapier, Fünfen und Sechsen dazu, freue dich sitzen bleibst du”. Auch im Lied „Fröhliche Weihnacht überall“ geht es zunächst um „Weihnachtston, Weihnachtsbaum, Weihnachtsduft.“ Erst in der letzten Zeile der letzten Strophe wird das Christkind namentlich erwähnt. Dass die Melodie älter ist als der Text braucht versteht sich von selbst.

Gesungene Wunschliste

Mit dem Text des Liedes „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ wird die Weihnachtsdichtung endgültig profan. Er stammt von dem selben Dichter wie der Text der Deutsche Nationalhymne, die eine ähnliche Geschichte hat, wie die meisten Weihnachtslieder (aber das ist ein anderes Thema). Hoffmann von Fallersleben, eigentlich August Heinrich Hoffmann schrieb die Verse über die Wunschliste eines Knaben, der scheinbar früh ein Faible fürs Militärische entwickelt hat. Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel, ein ganzes Kriegesheer sowie Musketier und Grenadier sprechen eine eindeutige Sprache. In Frankreich kennt die Melodie von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ jedes Kind. Allerdings singt man es dort als „Ah! vous dirai-je, Maman“. Schon Wolfgang Amadeus Mozart und die Komponisten Ernst von Dohnányi und Camille Saint-Saëns („Karneval der Tiere“) verwendeten die Melodie oder Fragmente in ihren Kompositionen.

Ein weiteres Winterlied aus dem 19.Jahrhundert, das zu Weihnachten sehr oft zu hören ist stammt von einem anderen Kontinent. Der Song „Jingle Bells“ wurde in den 1850-ger Jahren vom US-Amerikaner James Lord Pierpont geschrieben. Andere Länder, andere Sitten, er ist verantwortlich sowohl für den Text, als auch für die Melodie. Weiter getextet wurde aber auch an diesem Wintersong. 1968 hielten es die Produzenten von Roy Black für eine gute Idee, ihren Schlagerstar zur Melodie von „Jingle Bells“ einen „Kleinen, weißen Schneemann“ besingen zu lassen.

Amerikanische Weihnachtskultur breitet sich aus

Die Phase des großen Einflusses der USA auf unsere Weihnachtsbräuche und -musik begann im 20. Jahrhundert. Noch lange bevor auch in Deutschland die in Amerika übliche Aussendekoration mit Lichterketten und Figuren im Vorgarten zu sehen war, gehörten Titel aus den USA zum weihnachtlichen Liedgut. Als der Swing die Alltagsmusik zwischen New York und San Francisco war und von vielen Radiostationen gespielt wurde, schrieben viele Komponisten des Genres auch Lieder für die Weihnachtszeit.

So auch der vierfache Oscargewinner Sammy Cahn und sein Kollege Jule Styne („Diamonds Are a Girl’s Best Friend“), die sich als Komponisten vieler damals populärer Broadway-Musicals einen Namen gemacht haben. Barbra Streisand, Frank Sinatra und Dean Martin sangen ihre Songs und machten sie berühmt. Mit „Let It Snow!“ aus dem Jahr 1945 haben sich die beiden ein akustisches Denkmal in den weihnachtlichen Einkaufspassagen der Welt gesetzt.

Zwei Jahre später wurde ein weiteres Winterlied ein noch größerer Hit. Der mit seinen Eltern aus Russland in die USA eingewanderte Irving Berlin veröffentlichte 1947 den Song „White Christmas“, der als Single der am meisten verkaufte Weihnachtssong ist. Die Schätzungen über die Verkaufszahlen gehen von 30 Millionen Exemplaren aus. Bezieht man den weltweiten Verkauf ein, gehen Experten von bis zu 100 Millionen Exemplaren aus. Für Irving Berlin, der kaum Klavier spielen und keine Noten lesen konnte erfüllte sich so der „American Dream“: Vom Straßenjungen zum Plattenmillionär.

Weihnachten und Popkultur

Selten gesungen aber in der Weihnachtszeit oft gehört ist John Lennons und Yoko Onos Lied „Happy Xmas (War Is Over)”. Es war eigentlich nicht als Weihnachtslied angelegt, sondern entstand 1969  im Rahmen einer Kampagne gegen den damals noch tobenden Vietnamkrieg. Trotzdem folgten die beiden Künstler der Tradition der Weihnachtsliedverfasser und nahmen eine ältere Melodie als Grundlage für ihr Lied. Heute gehört es im englischen Sprachraum schon zu den Weihnachtsklassikern. In Deutschland war es Rolf Zuckowski, der einen modernen Klassiker zum Repertoire beisteuerte. Er schrieb 1986 das Lied “In der Weihnachtsbäckerei”, das auch heute noch vor allem bei Kindern beliebt ist.

Den modernen Klassiker schlechthin schrieb der britische Sänger George Michael, der ausgerechnet am ersten Weihnachtstag 2016 verstarb. Zwar verhinderte 1984 die Platzierung das Benefiz-Liedes “Do They Know It’s Christmas?” des Band Aid-Projektes von Bob Geldorf, dass “Last Christmas” die damalige Hitliste anführen konnte. Heute allerdings gehört der Song zum klingenden Inventar jedes Weihnachtsmarktes und sorgt für den Soundtrack zum Weihnachtstrubel der Innenstädte. Möglicherweise aus diesem Grund dichtete die deutsche Band “Erdmöbel” eigene Verse zu George Michaels Song (im Video unten). Diese lassen eher ernüchtert und gänzlich unromantisch auf Weihnachten blicken. So singt Sänger und Texter Markus Berges anstelle des Originalverses “Last Christmas, I gave you my heart” “Weihnachten ist mir doch egal”.  So kann man es auch sehen. Trotzdem Frohe Weihnachten an alle Leser und viel Freude beim Singen und Musizieren unterm Weihnachtsbaum.

Zusammengetragen und geschildert von Stephan Becker

Stille Nacht - Cello

Weihnachtslieder auf Youtube

Mittlerweile haben uns schon drei Freunde ein selbst gedrehte Videos geschickt. Auf den Videos zu sehen und zu hören ist jeweils deren Lieblings-Weihnachtslied, gespielt zu einem unserer Playalongs. Dabei handelt sich um Audio-Dateien auf denen eine Klavierbegleitung zu hören ist, zu der ihr die Melodie mitspielen könnt. Schon bald werden wir euch Playalongs anbieten, auf denen eine Band oder ein Orchesters zu hören ist. In diesem Blog findet ihr “Jingle Bells” gespielt auf der Blockflöte, “Stille Nacht” auf dem Cello und “We Wish You A Merry Christmas” mit der Posaune. Wie man sieht, ist es ganz einfach: ihr startet das Playalong und nach dem zweitaktigen Einzähler oder der viertaktigen Einleitung vom Klavier spielt ihr die Melodie dazu. Zu den Playalongs bekommt ihr die Noten für eure Stimme und die der Klavierbegleitung, sowie eine Aufnahme mit beiden Instrumenten.

Schickt uns eure Videos

Wir freuen uns über jedes Video, auf dem ihr ein Weihnachtslied nach einem unserer Arrangements oder mit einem unserer Playalongs spielt. Wer möchte, kann sein Video auf unserem Youtube-Kanal finden und mit Freunden teilen. Im “Noten-Shop” kannst Du viele Weihnachtslieder und die dazugehörigen Playalongs finden.

 

Leise rieselt der Schnee

“Leise rieselt der Schnee”

Leise rieselt der Schnee ist ein Weihnachtslied, das man in der kalten Jahreszeit oft hört. Der Text des Liedes wurde vom evangelischen Pfarrer und Dichter Eduard Ebel geschrieben. Er wurde 1839 geboren und starb 1905 in Halle an der Saale. Nachdem er sein Lied zunächst „Weihnachtsgruß“ nannte, bekam es erst später den heutigen Titel. Allerdings ist heute umstritten, ob die Melodie ebenfalls von ihm stammt oder er ein altes Volkslied seinem Text unterlegte. Vielmehr könnte auch ein Musette von Daniel Gottlob Türk – einem Zeitgenossen Wolfgang Amadeus Mozarts – Vorbild für die Melodie gewesen sein. Schließlich beginnt dessen Musette ähnlich wie das Weihnachtslied.

Wir haben “Leise reiselt der Schnee” in verschiedenen Fassungen auf unserer Seite zum Download: Für Klavier in 4 Fassungen, für Oboe, Klarinette und Altsaxophon mit Klavierbegleitung in Form von Noten und als Playalong zum Mitspielen. Bald wird es mehr Fassungen fürs Klavier geben. Im Moment gibt es Level 2,3,4 und 6.

Hier noch der Text aller drei Strophen:

Leise rieselt der Schnee,
Still und starr liegt der See,
Weihnachtlich glänzet der Wald:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

In den Herzen ist’s warm,
Still schweigt Kummer und Harm,
Sorge des Lebens verhallt:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

Bald ist heilige Nacht;
Chor der Engel erwacht;
Horch’ nur, wie lieblich es schallt:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

Leise rieselt der Schnee

Leise rieselt der Schnee

“Morgen kommt der Weihnachtsmann”

… , irgendwie albern, aber auch immer wieder schön und faszinierend schlicht. Es gibt zahlreiche Variationen berühmter Komponisten über diese ursprünglich aus Frankreich stammende Melodie, nicht nur die bekanntesten von Mozart. Ihr bekommt von uns die Noten für dieses Weihnachtsliedals kleines Weihnachtsgeschenk. Dabei könnt ihr unter drei Schwierigkeitsgraden – Level 2, 3 oder 4 – auswählen. Denn das ist das Prinzip unseres Noten-Shops: Jedes Lied in verschiedenen Fassung, das heißt mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden von Level 1 bis 10. Zudem könnt ihr euch eine Aufnahme vom Arrangement eurer Wahl herunterladen, damit ihr hört, wie es klingen soll. Und das alles … geschenkt !

Wenn ihr Lust auf mehr Weihnachtslieder bekommen habt, dann stöbert in unserem “Noten-Shop”.